Neustädter Schützengilde von 1244
Auf der Schießanlage am Gogenkrog sind wir nicht allein: Wir teilen sie mit der Neustädter Schützengilde, dem ältesten Verein der Stadt. Während wir den sportlichen Teil des Schießens pflegen, hält die Gilde das Neustädter Brauchtum lebendig – ihr Wahlspruch lautet „Tradition lebt.“
Brauchtum, das gelebt wird
Vogelschießen, Umzüge und Feste im Jahreslauf
Die Gilde ist keine Vereinigung, die ihre Geschichte in Vitrinen verwahrt. Ihr Brauchtum findet Jahr für Jahr auf dem Marktplatz, in der Gildehalle und auf den Straßen der Stadt statt – mit Tracht, Musik und dem Gildevogel an der Spitze.
- Das Vogelschießen: der Höhepunkt des Gildejahres auf dem Neustädter Marktplatz. Am Vorabend wird der Vogel ausgerufen, am Tag darauf wird um die Königswürde geschossen. Die älteste erhaltene Nachricht über das Neustädter Vogelschießen – damals „Papagoienschießen“ genannt – stammt aus dem Jahr 1633.
- Das Stahlvogelschießen: der Auftakt ins neue Gildejahr im Januar in der Gildehalle, bei dem der Stahlvogelkönig ermittelt wird.
- Der Gildeball: das gesellschaftliche Winterfest der Gilde, ebenfalls in der Gildehalle.
- Umzüge und Antreten: Die Gilde tritt mit dem Schützenvogel an und zieht durch die Stadt – in der grünen Tracht, die 1929 eingeführt wurde und zuvor aus Zylinder und Gehrock bestand.
- Das Kindervogelschießen: ein Neustädter Brauch, der bereits 1828 wiederbelebt wurde – damals mit 45 teilnehmenden Jungen.
- Gesellige Bräuche: das Punschtrinken auf dem Markt im Advent und das Jahresabschlussschießen mit dem traditionellen Grünkohlessen.
Aus der Geschichte
Von 1244 bis heute
- 1244: Die Jahreszahl im Namen der Gilde erinnert an die Gründung der Stadt Neustadt. Einen lückenlosen Nachweis, dass die heutige Gilde seit damals ununterbrochen besteht, führt sie selbst ausdrücklich nicht.
- 1633: älteste erhaltene Nachricht zum Vogelschießen – der vorherige König soll den silbernen Königsvogel zurückbringen.
- 1733: Herzog Karl Friedrich ordnet die Schießgilde neu und wird selbst Schützenkönig. Aus dieser Zeit stammen das Gildebuch und der Goldene Apfel.
- 1871 und 1889: Die Gilde erwirbt das Gelände zwischen Galgenberg und Poppenberg und errichtet dort eine Schützenhalle.
- 1950 und 1951: Nach dem Krieg folgt der Neuanfang. Die Gilde erhält ihr Brauchtumsgut zurück, Nachbargilden helfen mit Vogelbüchsen aus.
- 1963 und 1964: Der Schützenhof entsteht und ist zum Vogelschießen 1964 fertig.
Gilde und Sportschützen
Gemeinsame Wurzeln am Gogenkrog
Unser Verein verdankt der Gilde seinen Start: Am 1. Oktober 1954 gründeten 15 Interessierte den Sportschützenverein Neustadt in Holstein – die Schützengilde unterstützte den Anfang und lieh zwei Luftgewehre aus. Seitdem wurde die Anlage gemeinsam genutzt und weiterentwickelt; 1982 wurde die Zusammenarbeit vertraglich geregelt.
Beide Vereine haben ihr eigenes Profil – hier das Brauchtum, dort der Schießsport in den Disziplinen von NDSB und BDS – und verbinden sich über den gemeinsamen Ort.
Termine der Gilde
Vogelschießen, Pokalschießen und Versammlungen im Gildekalender
Die Gilde führt ihren eigenen Kalender und hält ihn laufend aktuell: vom Stahlvogelschießen im Januar über die Gildemeisterschaften und den Otto-Bachmann-Pokal bis zum Vogelschießen Ende Mai. Die regelmäßigen Schießabende am Dienstag pausieren in den Winter-, Oster- und Sommerferien.
Die Angaben auf dieser Seite geben wieder, was die Gilde auf ihrer eigenen Website veröffentlicht (Stand: Oktober 2026). Maßgeblich sind immer die Angaben der Gilde selbst – besonders bei Terminen, die sich kurzfristig ändern können. Übrigens stellt die Gilde auch uns auf ihrer Seite vor: Die Sportschützen bei der Gilde.